Hier und Jetzt

Körperlich können wir nur in der Gegenwart sein, aber unsere Gedanken mögen zusätzlich in die Vergangenheit und in die Zukunft wandern.

Um gutes Golf spielen zu können, müssen Körper und Geist synchronisiert sein. Das heisst, dass wir sicherstellen müssen, dass wir gedanklich im Hier und Jetzt, in der Gegenwart bleiben.

In der Gegenwart sein heisst:
Sobald du deinen Schwung ausführst, gibt es nichts anderes auf der Welt, ausser den Ball von seinem jetzigen Standort zum gesetzten Ziel zu bringen. Innerlich erlebst du diesen «perfekten» Schwung, und auch emotional bist du absolut sicher, dass du dein Ziel treffen wirst. Du spielst mit Gewissheit und hast gegenüber deinem Schwung absolutes Vertrauen. Du führst deine Pre-Shot-Routine und den Schwung ohne irgendwelche technischen Gedanken aus. Der Fokus liegt nur beim Ziel. Im Hier und Jetzt sein heisst auch, dass du nicht wertest, sondern nur beobachtest.

In der Vergangenheit oder in der Zukunft sein heisst:
Du stehst zum Beispiel auf dem Abschlag und bereitest dich auf den Schlag vor. Körperlich bist du im Hier und Jetzt, aber gedanklich ärgerst du dich über den letzten, vermasselten Putt. Oder du denkst: «Fliege bitte nicht ins Wasserhindernis wie das letzte Mal bei diesem Loch.»

Du bist auch nicht im Hier und Jetzt, wenn du genau weisst, wie du scoremässig stehst. Vielleicht denkst du: «Noch zwei Pars und ein Bogey, dann habe ich mein Handicap massiv unterspielt und könnte das Turnier gewinnen … Was werde ich bei meiner Ansprache sagen?» Definitiv nicht optimal.

Wie du in der Gegenwart bleibst:
Sei dir bewusst, dass Golf als Spiel Glück und Pech beinhaltet. Gehe davon aus, dass du beides erlebst. Übe Akzeptanz für die Schläge, die nicht wunschgemäss verlaufen.

Lerne loszulassen. Es geht nicht darum, dass du keine schlechten Schläge erlebst, sondern darum, dass du deine Fehler schnell, sogar sofort loslassen kannst. Somit wirst du Druck abbauen und viel freier und lockerer schwingen.

Versuche nicht, perfekt zu sein. Perfektion verursacht Stress, Angst und Verspannung. Du bist ein Mensch, gib dein Bestes und geniesse das Spiel. Überlege, mit wie viel Risiko du spielst. Lohnt es sich, die Fahne anzuspielen, die an der rechten Seite des Greens gleich neben dem Wasserhindernis steht, um einen möglichen Birdie-Putt zu bekommen? Oder ergibt es mehr Sinn, das Green links anzuspielen und dann zwei einfache Putts zu machen, um ein Par zu erzielen? Beobachte, wie oft du in der Gegenwart spielst und du wirst feststellen, dass es immer öfters geschieht. Notiere jeweils einen Punkt auf der Scorekarte bei jedem Schwung, den du in der Gegenwart ausgeführt hast. Das Ziel ist natürlich, dass du gleich viele Punkte wie Schläge schaffst.

Egal, wie du das Ziel erreichst, du solltest beim Golfspiel so oft wie möglich im Hier und Jetzt spielen. Gute Resultate entstammen einem mentalen Fokus, welcher nur in der Gegenwart existiert. Du wirst deine Fehler, schlechten Schläge und Pech einfach loslassen und wegstecken können und emotional ausgeglichener werden.

Beitragsbild: Getty images

Rolf Stauffer

ist Inhaber, CEO und ­Head Coach von BodyMind.Golf und unterrichtet Golfer und Golferinnen aller Spielstärken seit 1995.

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